Bemerkenswert

2 Jungs, 1 Auto und jede Menge Abenteuer

Dies ist die Kurzfassung des Beitrags.

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Einmal bis zum Nordkap und zurück. Mitte Juni, kurz vor der Sommersonnenwende beginnt das große Abenteuer. Zusammen mit anderen Reiselustigen starten wir zur nördlichsten Rally dieses Planeten.resize.php

Die Strecke wird uns durch nordische Wälder und die Weite Lapplands führen, wir werden im Nordatlantik baden und die russische Gastfreundschaft kennenlernen.

Da wir das Ganze natürlich nicht nur aus Lust und Laune veranstallten, sondern auch die Welt ein klein wenig besser machen wollen, sammeln wir Geld für einen guten Zweck. Nun seid Ihr an der Reihe: Unterstützt  unser soziales Projekt auf betterplace.org. Unser Ziel ist es, bis zur Ankunft am 02.Juli in Hamburg mindestens 750€ für das Sage Hospital im Senegal / Westafrika zusammeln.

Wer uns direkt unterstützen möchte, zum Beispiel durch Fässer voll mit Sprit oder handgestrickte Socken: dem sei kein Stein in dem Weg gelegt – man kann sich gern unter folgender eMail melden:

frekko3000@gmail.com

Tag 16: mal zur Abwechslung Entschleunigung

Am Freitag vor 17 Tagen sind wir Abends in Berlin gestartet, seitdem  hat unser Auto 7186km mehr auf der Uhr, wir sind aber noch nicht in Hamburg. Als wir oben am Nordkapp bei 3’C durch Schneefelder gewandert sind, haber wir bereits den Entschluss gefast, die Tour nicht in Hamburg zu beenden, sondern hier an der polnischen Ostsee etwas zu entschleunigen. Unser Start- und Zielpunktwar und ist ja eh immer Berlin gewesen.

In den letzten Tagen haben wir das Baltikum passiert, nette Menschen kennengelernt und ordentlich über das Wetter geflucht. Die Sonne hat uns leider nur in Estland beglückt. In Litauen, Lettland und Kaliningrad hatten wir Nieselregen, Starkregen, Sprühregen, Regen mit dicken Tropfen, Regen mit kleinen Tropfen und das ganze mit mehr oder weniger starken Wind. Gestern hatte ich auch mal kurz das Gefühl, der Regen kommt von unten. Zum Glück wärmt der Daunenschlafsack auch wenn er nass ist.

Die Kurische Nehrung ist eine Reise wert. Die Litauische Seite hat uns echt überrascht. Alle alten Gebäude schick saniert, eine nette Leute und ein wenig Kultur gab es auch: natürlich ließen wir uns das Ferienhaus von Thomas Mann nicht entgehen. Die russische Seite war etwas enttäuschender. Nichmehr Regen und Kaliningrad haben wir uns mit mehr Altbausubstanz vorgestellt. Naja, es gab zumindest Königsbergerklopse nach einem Rezept von 1836 und jeweils einige Stunden Wartezeit bei der Ein- und Ausreise.

Egal, das alles liegt hinter uns. Die polnische Ostseeküste belohnt uns mit Sonne, halbwegs-warmen Wasser, lecker Wurst, Piroggen und Bier. Was will man als Beinahe-Ostseeumrunder mehr.

Leider haben die Polen grade alle Urlaub und die Küste ist extrem dicht zugebaut. Gefühlt befindet sich gerade jeder zweite Pole hier oben, daher ist es momentan schwierig einen netten Platz mit Auto in Strandnähe zu finden. Wir geben uns aber Mühe. Heute morgen waren wir auf der Halbinsel Hel. Traumhafter Sandstrand und das über locker 50km und nebenbei das beste Kite- und Surftevier Polens.

Wir geben nicht auf und werden noch nen schicken Platz am Strand finden. Der Sonnenuntergang wartet auf uns!

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Tag 13: 2887km später

Wir leben noch! Nachdem die Berichterstattung hier durch zuviel Tageslicht und die horenden russischen Roaming-Gebühren gestört wurde, gibts eine kurze Zusammenfassung der letzten Tage.

Von den Lofoton haben wir uns auf den Weg zum Nordcap gemacht. Die Sonne ging mittlerweile gar nicht mehr unter, dafür vielen die Temperaturen in den unteren einstelligen Bereich. Die Challange am Nordkapp bestand aus einem Bild vor der Weltkugel. Mit dem Auto durften wir allerdings nur zwischen 1Uhr und 6Uhr in der Nacht vorfahren. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, haben wir eine Wanderung zum richtigen Nordkapp gemacht. 18km durch das norwegische Fjell über Schneefelder und angetautem Permafrost. Dafür wurden wir mit Sonne über der Beringsee belohnt und waren noch knapp 1,5km nördlicher als das Touri-Nordkapp.

Punkt 1 Uhr morgens waren wir wieder am Auto. Schnell was Essen, trockene Klamotten und ab Anstellen, um das Bild mit der ollen Kugel zu machen. Als das im Kasten war ging es nur ab nach Südost. Das Moto war: ‚Wir halten erst, wenn die Temperaturen zweistellig sind!‘

400km später hatten wir in Finnland Erfolg. Nach 3Tagen Nordmeerküste, Fjellnund Mondlandschaft haben wir uns auch über die Finnische Landschaft gefreut. Kiesige Böden, dadrüber hellgrüne Kiefernwälder und tausende Seen.

Hier haben erstmal den ganzen fehlenden Schlaf nachgeholt und versucht die Alkoholreserven zu dezimieren. Am nächsten Morgen wollten wir nach Russland und die  Freimengen sind gering.

Da wir alle im Schengenraum groß geworden sind, kennt man Grenzkontrollen nur aus der früheren Kindheit aus dem Ungarnurlaub. Trotz vorhandenem Visa muss man noch eine handvoll Zettel ausfüllen und sein Auto verzollen, bevor dieses dann penibel untersucht wird. Das ganze Prozedere hat dann 3h gedauert. Später haben wir festgestellt, dass das schnell ist.

Willkommen in Russland: jetzt beginnt das richtige Abenteuer

Raus aus der Komfortzone, in der man mit jedem auf Englisch kommunizieren kann. Andere Sprache, andere Schriftzeichen, keiner kann im Norden Englisch und NIEMAND lächelt.

Auf dem Weg nach Murmansk waren wir zurück in der guten, alten Mondlandschaft. Kleine Mini-Bäume mit noch kleineren Blättern, sodass im Hochsommer ein Hauch von grün zu erahnen ist. Auf der Strecke nach Murmansk gab es nur ab und an kleine Siedlungen, dafür umso mehr Militäreinrichtungen.

Murmansk selbst ist ein extremer Kontrast zu Skandinavien, in den 50er Jahren mag es für Ostblock-Verhältnisse modern gewesen sein, seitdem wurde aber auch nix mehr saniert. Challange jedoch gemeistert: den ersten atombetriebenen Eisbrecher gefunden.

Ab jetzt ging es die E105 Richtung Süden. 3 Tage Russland mit dem Abschluss in Sankt Petersburg. Was man bei den Skandinaviern vermisst, haben die Russen: Leckeres Essen in jedweder Variation. Allein das wäre eine Reise wert. In Sankt Petersburg haben wir uns direkt neben der Heremitage in der Altstadt ein Hotel genehmigt. Duschen war nach den vielen Tagen auf der Strasse dringend notwendig.

Sankt Petersburg gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und nur Venedig hat weltweit soviel erhaltene Paläste, Palais und alte Bauwerke.

Am nächsten Tag war in Estland die zweite Rallye-Party. Wir dachten 160km bis zur Grenze und dann noch ein kleines Stückchen in Estland, wird ja entspannt. Da hat uns die russische Grenze aber leider dazwischen gespielt. Um 15.00Uhr waren wir an der Grenze. Um 21.00Uhr waren wir in Estland. Hungrig, durstig und etwas angenervt kamen wir auf der Party an, aber die Party hat uns für den Einreisestress entschädigt.

Estland an sich war bisher die größte Überraschung auf der Tour.  Einen extremeren Kontrast zu Russland kann man sich nicht vorstellen. Extrem nette Leute und so sauber und aufgeräumt, dass es schon wieder seltsam wirkt. Egal welches Fleckchen grün, alles auf akutarate Golfplätzhöhe gemäht. Man sieht nirgendwo Müll und selbst eine Ruine sieht aus, wie geputzt und aufgeräumt.

Die Party fand in einer einzigartigen Location mitten im Wald statt. An einem Bach standen mehrere liebevoll gebaute hölzerne Saunen mit Innen- und Aussen-Jacuzzies. Es wurde quasi eine Sauna-Wellness-Party mit leckerem estnischem Essen.

Daher war heute der Aufbruch etwas verzögert. Bei 25’C und Sonnenschein ging es über kleine Landstraßen durch das Land. Leider hat und an der lettischen Grenze das Wetter im Stich gelassen. Bei Starkregen und Gewitter haben wir Riga angeschnitten und haben uns jetzt doch für schlafen entschieden. Die Küste ist hier extrem dicht besiedelt. Ein netter Local lässt uns aber hier auf seinem Grundstück im Walt 5min zur Ostsee stehen. Morgen gehts über die Kurische Näherung nach Kaliningrad -Russland hat uns wieder.

Knapp 6000km liegen hinter uns. Das Auto hält tapfer durch. Ein Lager im Vorderachsdifferential verabschiedet sich grad lautstark. Bis nach Hause muss es noch durchhalten.

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Tag 5: wir schlafen wenn es dunkel wird

IMG_2013.JPGWann fängt der eine Tag an, wann hört der Andere auf. Wann ist Tag, wann ist Nacht. Das ist hier oben nicht ganz so einfach und wenn man keinen geregelten Tagesablauf hat, sind die Grenzen fließend.

Nachdem wir auf dem Weg zu den Lofoten bereits eine Fähre verpasst haben, haben wir auf das Schlafen verzichten und sind stattdessen durchgefahren. Wir nahmen um 5.15Uhr die erste Fähre von Bognes nach Lødungen und waren eine Stunde später suf den Lofoten. Zur Polarkreis-Party war es dann nur ein Katzensprung von 100km und so hatten wir uns einen entspannten Restday rausgefahren. Wir sind ein bisschen über die Insel gefahren  und waren ein paar Stunden wandern.

Die Landschaft ist mega-spektakulär. Es gibt noch vereinzelt niedrige Bäume und Büsche, sonst nur noch Wiesen voller bunter Wildblumen und an der dem Atlantik zugewandten Seite moorähnliche Permafrostböden voller bunter Flechten und Moose.

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Auf der Polarkreisparty waren alle  Teilnehmer mal wieder auf einen Haufen. Krass wieviel 250 Autos auf einen Haufen wirklich sind.

Wir sind jetzt auf dem Weg zum Festland Richtung Tromsø und wollen auf der E6 die Küste abfahren. Die Sonne scheint und es sind 12’C. Wenn es mal windstill ist, fühlt sich das richtig warm an. Ist ja auch Hochsommer hier oben!

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Tag 4: schwedische Passstrassen und norwegische Baustellen

IMG_2003IMG_2007IMG_2008Die Tage im Auto werden immer länger, irgendwie passend zum Sonnenstand. Den ganzen Tag war der Himmel wolkenverhangen und es nieselte die ganze Zeit. Nun ist es kurz vor 21.00 Uhr, die Sonne kommt raus und man kann mal wieder die Sonnenbrille aufsetzen.

Wir sind heute morgen kurz vor der norwegischen Grenze im Niemandsland gestartet. Schmale Passstrassen, grade so breit wie das Auto führten uns zur E6. Das ist der ‚Highway‘ nach Norden und aktuell über knapp 100km eine Baustelle. Adieu Zeitplanung, Adieu Fähre. Wir wollten eigentlich um 00:20 mit der bereits gebuchten Fähre auf die Lofoten fahren. Nun ist Umplanen angesagt. Mal schauen ob wir auf der Strecke Bognes-Lødingen ohne Reservierung mitfahren dürfen. Die Hotline ist ein Krampf, die Homepage für diese Linie ebenfalls.

Wir haben den Polarkreis überquert! Bei 66’33‘ N gab es einen großen Rastplatz und natürlich den obligatorischen Touri-Shop. Viel spannender ist dagegen die Landschaft, wir sind hier gerade auf einem Hochplateau. So stelle ich mir Lappland oder die russische Taiga vor. Kleine Bäume, Moose, Flechten, Farne soweit das Auge reicht. Dazu überall kleine Bäche die in einem reißenden  Gebirgsfluss münden.

480km haben wir heute schon abgerissen 250km wollen wir noch und kommen dann hoffentlich auf die Lofoten.

Achja: die Fischchallange haben wir aus zeitlichen Gründen verschoben. Die Dosen sind an Board, allerdings noch verschlossen. In Berlin wird es also bestimmt bald einen schwedischen Abend mit lokalen Delikatessen geben.

3 Tag: war da Sabotage im Spiel?

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Gestern Nacht hatten wir eine entspannten Schlafplatz an der Nordspitze des Vänern gefunden. Den hat zwar auch das Team 135 gefunden, aber egal. Sind mehr Leute da zum Holzholen. Leider bleibt man dann auch länger sitzen und ich vermute, dass uns etwas in den letzten Drink getan wurde. Die Abfahrtszeit heute fiel dann auf den frühen Nachmittag. Die Sonne hat geschienen und der Vänern war gefühlt 10’C wärmer als die Ostsee tags zuvor.

Also hieß es fahren fahren fahren. 600km haben wir heute geschafft. Wir sind jetzt kurz vor der norwegischen Grenze nordwestlich von Östersund. Die Landschaft ändert sich und das Wetter. Gestartet sind wir bei 25’C und Sonne, jetzt sind es 9’C und es regnet. Nagut, dafür ist es jetzt Mitternacht und es ist nicht taghell, aber fast.

Die heutige Tagesaufgabe hat nicht funktioniert. Wir sollten einen Beifahrertausch auf der Strecke nach Östersund machen und uns gegenseitig Witze erzählen. Anhalter haben wir leider nicht gefunden, viele Witze kennen wir aber eh nicht.

Morgen geht es wieder 600km vor die Lofoten. Die Tagesaufgabe ist stinkigen Dosenfisch im Auto zu essen und die dabei gefahrenen Kilometer zu dokumentieren. Da kann man richtig Punkte machen. Das gibt aber bestimmt ne lange Diskussion mit dem Co-Piloten. Wir werden sehen.

2ter Tag und schon viel geschafft….

Nach entspanntem Schlaf und Frühstück mit Meerblick haben wir heute schon einiges geschafft. 200km haben wir schon abgerissen und die heutige Tagesaufgabe wurde bereits absolviert. Wir mussten einen alten Autofriedhof in der Nähe von Ryd finden und ein Teil, passend zu unserem Auto fotografieren. Nun geht es weiter, die Kompassnadel zeigt Richtung Norden. Unser Tagesziel ist irgendwo bei Örebrö. Mindestens 300km liegen noch vor uns, vorbei an den größten Seen Europas. Wir sind gespannt!

IMG_1942Auf dem weg zur Startrampe!

Nun ist es 13.30 wir verlassen HH. Unser heutige Etappe wird uns üner Dänemark nach Südschweden führen. Unterwegs müssen wir noch die heutige Tagesettape absolvieren: die traditionelle Vikinger-Weihe. Dafür benötigen wir die 4 heiligen Elemente. Dänischer Sand, schwedisches Holz, Wasser aus der Ostsee und den Wind der über diese weht.

Das ganze kommt dann auf den Rücken und wir müssen auf allen Vieren um eine Flasche Bier kranbeln. Mission accepted!!

Der Tank ist gefüllt, 70 Liter Benzin und 80 Liter Gas sind an Board. Ein paar Kilometer werden wir heute schaffen!!